Die Heidelbergseite

Fotos ab 1870         Heidelberggedichte     Schloß     Neidköpfe     Ansichten
  Nadler
       



Heidelberger Stadtführungen



An unsere in Heidelberg weilenden Gäste!

Meine Termine zur Gästeführung für anderthalb Stunden ab Rathaus, dort können die Tickets für 7 Euro gekauft werden. Also zur Zeit sind meine Termine folgende (es kann aber sein, daß ich kurzfristig mit einer Kollegin/einem Kollegen tauschen möchte!):

Jeweils Samstag 10.30 ab Rathaus: 2. Mai 2015, 9. Mai 2015, 23.Mai 2015, 20. Juni 2015, 22. August 2015, 5. September 2015, 25. September 2015, 3. Oktober 2015.

Ich freue mich aber, Ihnen meine persönliche Führung anzubieten. Diese erfolgt jederzeit nach Absprache als Sonderführung, die ganz speziell auf Ihre Interessen eingeht, und die kostet 95 Euro für 1,5 Std für Sie, Gruppengröße egal (1-30). Auch kann jederzeit die Führung verlängert werden, oder aufs Schloß oder in die Seitengassen ausgedehnt werden, dann plus 30 Euro pro halbe Stunde.

Die Termine für die offiziellen Standardführungen der Stadt sind:


Dauer: 1,5 Stunden

Preis: Erwachsene 7,00 €

Treffpunkt (10 Minuten vor Beginn): Marktplatz, Haupteingang Rathaus. Die Führung findet ab mindestens 5 Teilnehmern statt. Für Beantwortungen Ihrer Fragen und für Reservierungen sind wir (Marketing Stadt Heidelberg) gerne für Sie da: Telefon: +49(0)6221.1422-23/-24/-25/-26. Telefax: +49(0)6221.142222. Email: guide@heidelberg.de

Weitere Infos: http://www.heidelberg-marketing.de/..., http://www.die-stadtfuehrung.de/...

Weitere Gesellschaften, die Führungen mit mir anbieten:

http://www.heidelberger-gaestefuehrer.de/...
http://www.stadtteilfuehrungen.de/...

Aber wie gesagt, am meisten Spaß macht es mir mit persönlichen kleinen Gruppen zu einer Zeit, die Ihnen paßt.

Herzliche Grüße, Ihr Dr. Dieter Jung

Offizieller Gästeführer der Stadt Heidelberg,
Mitglied des Bundesverbandes deutscher Gästeführer





Alt-Heidelberg du feine (1854)

Alt-Heidelberg, du feine,
Du Stadt an Ehren reich
Am Neckar und am Rheine
Kein' andre kommt dir gleich.

Stadt fröhlicher Gesellen
An Weisheit schwer und Wein
Klar ziehn des Stromes Wellen
Blauäuglein blitzen drein.

Und kommt aus lindem Süden
Der Frühling übers Land,
So webt er dir aus Blüten
Ein schimmernd Brautgewand.

Auch mir stehst du geschrieben
Ins Herz gleich einer Braut,
Es klingt wie junges Lieben
Dein Name mir so traut.

Und stechen mich die Dornen,
Und wird mir's drauß zu kahl,
Geb' ich dem Roß die Sporen
Und reit' ins Neckartal.

Joseph Victor von Scheffel (1826-1886)

Hier hören Sie sich in unser Heidelberg ein: Download als MP3


MEINE HEIDELBERGTEXTE

Goethe in Heidelberg. Hier schreib er in "Dichtung und Wahrheit" über den entscheidenden Wendepunkt in seinem Leben:

»Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch, und uns bleibt nichts als, mutig gefaßt, die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder abzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.«

Hier zum Haus Hauptstraße 190, wo Goethe 26-jährig, Doctor der Jurisprudenz und bekannter Erfolgsautor des Werthers 1775 wartend auf eine Einladung an den Weimarer Hof gerade noch von herzoglichen Boten getroffen wurde, bevor er sich verschämt nach Italien aufgemacht hätte, längeres Warten wäre zu peinlich gewesen... In Italien hätte des Weimarer Erbprinzen Carl August's Bote ihn nie gefunden. Die letzte Seite von "Dichtung und Wahrheit" also hier abgetippt... ruhig mal lesen:

Kurfürst Karl Theodor nämlich, der für die Künste und Wissenschaften so viel getan, residierte noch zu Mannheim, und gerade weil der Hof katholisch, das Land aber protestantisch war, so hatte die letztre Partei alle Ursache, sich durch rüstige und hoffnungsvolle Männer zu verstärken. Nun sollte ich in Gottes Namen nach Italien gehn und dort meine Einsichten in dem Kunstfach ausbilden, indessen wolle man für mich arbeiten, es werde sich bei meiner Rückkunft ausweisen, ob die aufkeimende Neigung der Fräulein von Wrede gewachsen oder erloschen, und ob es rätlich sei, durch die Verbindung mit einer angesehnen Familie, mich und mein Glück in einem neuen Vaterlande zu begründen.

Dieses alles lehnte ich zwar nicht ab, allein mein planloses Wesen konnte sich mit der Planmäßigkeit meiner Freundin nicht ganz vereinigen; ich genoß das Wohlwollen des Augenblicks, Lilis Bild schwebte mir wachend und träumend vor und mischte sich in alles andre, was mir hätte gefallen oder mich zerstreuen können. Nun rief ich mir aber den Ernst meines großen Reiseunternehmens vor die Seele und beschloß, auf eine sanfte und artige Weise mich loszulösen und in einigen Tagen meinen Weg weiter fortzusetzen.

Bis tief in die Nacht hinein hatte Demoiselle Delph mir ihre Plane und was man für mich zu tun willens war, im einzelnen dargestellt, und ich konnte nicht anders als dankbar solche Gesinnungen verehren, obgleich die Absicht eines gewissen Kreises, sich durch mich und meine mögliche Gunst bei Hofe zu verstärken, nicht ganz zu verkennen war. Wir trennten uns erst gegen eins. Ich hatte nicht lange aber tief geschlafen, als das Horn eines Postillons mich weckte, der reitend vor dem Hause hielt. Bald darauf erschien Demoiselle Delph mit einem Licht und Brief in den Händen und trat vor mein Lager. »Da haben wir's!« rief sie aus. »Lesen Sie, sagen Sie mir, was es ist. Gewiß kommt es von den Weimarischen. Ist es eine Einladung, so folgen Sie ihr nicht, und erinnern sich an unsre Gespräche.« Ich bat sie um das Licht und um eine Viertelstunde Einsamkeit. Sie verließ mich ungern. Ohne den Brief zu eröffnen, sah ich [186] eine Weile vor mich hin. Die Stafette kam von Frankfurt, ich kannte Siegel und Hand, der Freund war also dort angekommen, er lud mich ein, und der Unglaube und Ungewißheit hatten uns übereilt. Warum sollte man nicht in einem ruhigen bürgerlichen Zustande auf einen sicher angekündigten Mann warten, dessen Reise durch so manche Zufälle verspätet werden konnte? Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Alle vorhergegangene Güte, Gnade, Zutrauen stellte sich mir lebhaft wieder vor, ich schämte mich fast meines wunderlichen Seitensprungs. Nun eröffnete ich den Brief, und alles war ganz natürlich zugegangen. Mein ausgebliebener Geleitsmann hatte auf den neuen Wagen, der von Straßburg kommen sollte, Tag für Tag, Stunde für Stunde, wie wir auf ihn geharrt, war alsdann Geschäfts wegen über Mannheim nach Frankfurt gegangen, und hatte dort zu seinem Schreck mich nicht gefunden. Durch eine Stafette sendete er gleich das eilige Blatt ab, worin er voraussetzte, daß ich sofort nach aufgeklärtem Irrtume zurückkehren und ihm nicht die Beschämung bereiten wolle, ohne mich in Weimar anzukommen.

So sehr sich auch mein Verstand und Gemüt gleich auf diese Seite neigte, so fehlte es doch meiner neuen Richtung auch nicht an einem bedeutenden Gegengewicht. Mein Vater hatte mir einen gar hübschen Reiseplan aufgesetzt und mir eine kleine Bibliothek mitgegeben, durch die ich mich vorbereiten und an Ort und Stelle leiten könnte. In müßigen Stunden hatte ich bisher keine andere Unterhaltung gehabt, sogar auf meiner letzten kleinen Reise im Wagen nichts anders gedacht. Jene herrlichen Gegenstände, die ich von Jugend auf durch Erzählung und Nachbildung aller Art kennen gelernt, sammelten sich vor meiner Seele, und ich kannte nichts Erwünschteres, als mich ihnen zu nähern, indem ich mich entschieden von Lili entfernte.

Ich hatte mich indes angezogen und ging in der Stube auf und ab. Meine ernste Wirtin trat herein. »Was soll ich hoffen?« rief sie aus. »Meine Beste«, sagte ich, »reden Sie mir nichts ein, ich bin entschlossen zurückzukehren; die Gründe habe ich selbst bei mir abgewogen, sie zu wiederholen würde nichts fruchten. Der Entschluß am Ende muß gefaßt werden,[187] und wer soll ihn fassen als der, den er zuletzt angeht?« Ich war bewegt, sie auch, und es gab eine heftige Szene, die ich dadurch endigte, daß ich meinem Burschen befahl, Post zu bestellen. Vergebens bat ich meine Wirtin, sich zu beruhigen und den scherzhaften Abschied, den ich gestern abend bei der Gesellschaft genommen hatte, in einen wahren zu verwandeln, zu bedenken, daß es nur auf einen Besuch, auf eine Aufwartung für kurze Zeit angesehn sei, daß meine italienische Reise nicht aufgehoben, meine Rückkehr hier her nicht abgeschnitten sei. Sie wollte von nichts wissen und beunruhigte den schon Bewegten noch immer mehr. Der Wagen stand vor der Tür, aufgepackt war, der Postillon ließ das gewöhnliche Zeichen der Ungeduld erschallen, ich riß mich los, sie wollte mich noch nicht fahren lassen, und brachte künstlich genug die Argumente der Gegenwart alle vor, so daß ich endlich leidenschaftlich und begeistert die Worte Egmonts ausrief:

»Kind, Kind! nicht weiter! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch, und uns bleibt nichts als, mutig gefaßt, die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder abzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.«




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
( wir über uns | termine & seminare | heidelberg | rundbrief & news )
( gedichte | baumgedanken | nachtgedanken | surfbrett )

( home: www.djung.de | diese Seite drucken)